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Hautpflege von Innen
Gesunde Haut

Die Haut ist das größte Organ des menschlichen Körpers. Sie ist die erste Barriere, die verhindert, dass Bakterien, Pilze und andere Organismen in unseren Körper eindringen. Sie besteht aus drei Schichten, in denen sich hunderte Schweißdrüsen, Talgdrüsen, Nervenenden und Blutgefäße befinden. Unsere Haut muss ständig mit Wasser, Sauerstoff und Nährstoffen versorgt werden. Diese Versorgung erfolgt hauptsächlich über den Blutkreislauf. Stoffe, die auf die Haut aufgetragen werden, können sehr schnell ins Blut übergehen.

Die äußerste Hautschicht wird Epidermis genannt. Sie besteht aus vier Schichten einzelner Zellen, die sich etwa alle 28 Tage vollständig erneuern. Melanin, das Pigment, das der Haut ihre Farbe verleiht, wird in der Epidermis produziert. Sonnenlicht steigert die Melaninproduktion, die Haut wird dunkler und bekommt Sommersprossen.

Dunkelhäutige Menschen produzieren von Natur aus mehr Melanin. Menschen mit
dunklerer Haut sind zwar besser vor der Sonne geschützt, aber dennoch nicht
immun gegen eventuelle Schäden. Diese Menschen sollten in der Sommersonne eigentlich sogar besonders vorsichtig sein, da sie zwar mehr Sonne vertragen können, ohne einen Sonnenbrand zu bekommen, ihre Haut durch die UV-Strahlung der Sonne aber trotzdem schneller altern kann.

Die zweite Hautschicht wird Dermis genannt und befindet sich direkt unter der Epidermis. Sie besteht aus Blutgefäßen, Nervenenden und Bindegewebe und versorgt die Epidermis. Durch die Nerven in der Dermis können wir Berührungen, Schmerz, Druck, Wärme und Kälte wahrnehmen. In dieser Hautschicht befinden sich auch die großen Eiweiß-Moleküle Kollagen und Elastin. Sowohl Kollagen als auch Elastin tragen entscheidend zur Festigkeit und Elastizität der Haut bei. Die Schweißdrüsen, die sich tief in der Dermis befinden, sammeln Flüssigkeiten (vor allem Wasser), Salz und Abfallstoffe aus dem Blut. Diese werden als Schweiß über
die Poren ausgeschieden. Gleichzeitig wird so auch die Körpertemperatur reguliert. Wenn Schweiß über die Haut verdunstet, setzt eine natürliche Kühlwirkung ein. Bei normalen Temperaturbedingungen schwitzt ein durchschnittlicher, gesunder Erwachsener täglich etwa einen halben Liter Flüssigkeit aus. Bei sportlicher
Betätigung und warmem Wetter schwitzen wir natürlich deutlich mehr. Die Talgdrüsen halten die Haut weich und geschmeidig, indem sie natürliche Öle absondern. So entsteht auch eine natürliche Feuchtigkeitsbarriere. Bei Teenagern neigen diese Drüsen zur Überproduktion und verstopfen leicht, was zu Pickeln und Akne führen kann . Deshalb ist die gründliche Reinigung und Pflege des Gesichts in diesem Alter besonders wichtig. Im Alter ist das Gegenteil der Fall, da die meisten Menschen weniger Öl produzieren. Es wird weniger Kollagen und Elastin gebildet und die Haut wird dünner.

Direkt unter der Dermis liegt eine weitere Schicht subkutanen Gewebes. Hier befinden sich die Fettzellen. Dieses Gewebe isoliert den Körper gegen Wärme und Kälte und dient außerdem als eine Art Kissen zum Schutz vor Verletzungen. Frauen haben von Natur aus mehr subkutanes Fett als Männer, und das ist einer der Hauptgründe dafür, dass sich ihre Haut weicher anfühlt.

Am Zustand unserer Haut lässt sich unser Gesundheitszustand erkennen. Mit zunehmendem Alter produzieren Frauen weniger Östrogen und auch Kollagen. Dadurch lässt die Elastizität der Haut nach, sie wird dünner und empfindlicher. Im Alter erneuert sich die Epidermis nicht mehr so schnell, sodass die Haut länger braucht, um zu heilen. Auch Verletzungen treten häufiger auf. Deswegen sollten wir uns schon früh mit der Pflege unserer Haut befassen , wenn Sie auch im fortgeschrittenen Alter noch gesund und gut aussehen soll. Ausreichend Ruhe, genügend Nährstoffe und Feuchtigkeit und täglich sechs bis acht Gläser Wasser sind
entscheidende Faktoren. Ein wichtiger Schritt für gesunde und strahlende Haut ist der Schutz vor Umweltbelastungen wie z. B. verschmutzter Luft oder sogar dem Wasser, in dem wir baden.

Schöne Haut bekommt man nicht durch Cremes oder teure Schönheits-behandlungen. Verschiedene Faktoren spielen hierfür eine Rolle. Viele Nährstoffe tragen dazu bei, dass die Haut gesund bleibt. Einiges spricht dafür, dass Lebensmittel, die viele Antioxidanzien enthalten, wie z. B. grünes Blattgemüse, Süßkartoffeln, Tomaten, Karotten, Zitrusfrüchte und Melonen, zusätzlich vor schädlichen Umwelteinflüssen schützen. Omega-3- Fettsäuren, die sich in Lachs und anderen fettreichen Fischsorten, Walnüssen und Leinöl sowie andern Ölen finden, werden benötigt, um die Zellmembranen gesund zu halten. Dies ist wichtig, da die Zellmembranen eine Art Barriere sind, die uns schützt. Gleichzeitig gelangen durch sie Nährstoffe in die Zellen und Abfallstoffe hinaus.

Das National Cancer Institute und die American Academy of Dermatology haben ähnliche Empfehlungen, was Sonnenschutz angeht. Das National Cancer Institute empfiehlt, die Sonne wenn möglich zwischen 11:00 Uhr und 15:00 Uhr zu vermeiden und Sonnenschutz mit LSF 15 oder 30 zu verwenden. Die American Academy of Dermatology empfiehlt die Verwendung eines Breitband- Sonnenschutzes, der sowohl vor UVA- als auch UVBStrahlen schützt und mindestens LSF 15 hat. Für optimalen Schutz sollte der Sonnenschutz sorgfältig und regelmäßig auf alle Körperteile aufgetragen werden, die der Sonne ausgesetzt sind. Andererseits ist es aber auch wichtig, genug Zeit in der Sonne zu verbringen, damit der Körper ausreichend Vitamin D produzieren kann. Wie viel Zeit das ist, hängt von der Jahreszeit, Ihrem Wohnort und anderen Faktoren ab. Genießen Sie die Sonne in vernünftigen Dosen. Die Sonne dient auch der Gesundheit. Sie hebt unsere Laune, schützt vor bestimmten Krankheiten und steigert die körpereigene Vitamin-D Produktion. Vitamin D ist ein fettlösliches Vitamin, das in Lebensmitteln wie z. B. a n g e r e i c h e r t e r M i l c h , fettreichem Fisch, Fischtran, Leber und Eigelb vorkommt. Unser Körper kann es auch selbst herstellen, wenn unsere Haut den UV-Strahlen der Sonne ausgesetzt wird. Durch den empfohlenen Sonnenschutz werden diese Strahlen jedoch abgehalten, und unser Körper kann dieses wichtige Vitamin nicht mehr produzieren. Vitamin-D-Mangel kann bei Erwachsenen zu Knochener-weichung und bei Kindern zu Rachitis führen. Da es schwierig ist, den Vitamin-D-Bedarf alleine über die Nahrung zu decken und Sonneneinstrahlung die Hautalterung beschleunigt, wird oft empfohlen, diesen wichtigen Nährstoff in Form von Nahrungs-ergänzungsmitteln zuzuführen. Jeder muss für sich entscheiden, wie viel Sonne er braucht und verträgt. Wie immer gilt es, ein vernünftiges Mittelmaß zu finden. Wir müssen genug, aber nicht zuviel Sonne haben. Wir sollten die Sonne nicht völlig meiden.

Wichtig ist auch, dass wir unsere Haut gut kennen. So, wie wir jeden Monat unsere Brust abtasten, sollten wir auch regelmäßig unsere Haut von Kopf bis Fuß untersuchen. Achten Sie auf Alarmsignale wie z. B. langsame oder schlechte Wundheilung. Beobachten Sie verdächtige Muttermale, vor allem wenn sie sich verändern oder zu jucken beginnen. Wenn Sie mit allen Facetten Ihrer Haut vertraut sind, können Sie kleine Veränderungen wahrnehmen, bevor sie zu einem Problem werden. Denken Sie immer daran, dass die äußeren Schichten ständig von den darunter liegenden ersetzt werden. Wie bei jedem physikalischen Vorgang ist eine gute Nährstoffversorgung entscheidend für die Gesundheit - auch für die Ihrer Haut.


Quelle:
gy lifestyle magazine, Sept./Okt. 2006
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